Die Erkundung der malerischen Stadt Solferino an nur einem Tag ist ein unvergessliches Erlebnis, das Geschichte, Naturschönheiten und Kultur miteinander verbindet.
Inhaltsverzeichnis
Solferino ist eine Stadt, die jeder Italiener und Italienliebhaber besuchen sollte. Ein Ort, an dem eine der wichtigsten Seiten der italienischen Geschichte geschrieben wurde und an dem die Idee des Internationalen Roten Kreuzes, einer der wichtigsten humanitären Organisationen der Welt, geboren wurde.
Das in den Moränen-Hügeln des Gardasees gelegene Solferino wurde vom italienischen Touring Club mit der „Orangenen Flagge“ ausgezeichnet. Es ist berühmt für die Schlacht von Solferino und San Martino, die 1859 während des zweiten italienischen Unabhängigkeitskrieges stattfand.
Auf diesem eintägigen Rundgang führen wir Sie zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Solferino und geben Ihnen einen vollständigen Überblick über dieses schöne Dorf. Sie werden den Reiz der historischen Monumente und den atemberaubenden Blick auf den Gardasee und die umliegenden Hügel entdecken.
Wo liegt Solferino?
Solferino liegt in der norditalienischen Region Lombardei, in der Provinz Mantua, nur wenige Kilometer vom Gardasee entfernt. Seine geografische Lage ist eingebettet zwischen den Moränen-Hügeln und bietet einen außergewöhnlichen Panoramablick.
Route der Sehenswürdigkeiten in Solferino an 1 Tag
Wir laden Sie ein, sich auf einen spannenden Spaziergang zu begeben, um diese bezaubernde Stadt zu entdecken und ihre Hauptattraktionen, geheimen Schätze und alles, was Solferino unvergesslich macht, für einen wunderbaren Tag zu entdecken.
Betrachtung von oben: Piazza Castello mit dem Gonzaga-Turm und der Kirche San Nicola

Nachdem wir das Auto auf der Piazza Castello geparkt haben, beginnt unser Spaziergang durch den oberen Teil von Solferino. Piazza Castello ist seit dem Mittelalter einer der schönsten Plätze in der Provinz Mantua, von dem man den Gardasee und den Monte Baldo sehen kann.
Von der alten Burg sind noch zwei imposante Zeugnisse erhalten geblieben: der Torre di Guardia oder Gonzaga-Turm mit seiner charakteristischen Spitzbogenkuppel und die Kirche San Nicola.
Von März bis Dezember findet auf der Piazza Castello aus dem 16. Jahrhundert jeden zweiten Sonntag im Monat der Mercatino delle Curiosità statt, ein kleiner Kuriositäten-, Antiquitäten- und Kunsthandwerk-Markt.
Wir verlassen die Piazza Castello und setzen unseren Weg zur Rocca di Solferino fort. Nach einem kurzen Aufstieg durch den Park erreichen wir Sockel der Rocca, einen 23 Meter hohen, quadratischen Turm.

Die Rocca wurde bereits im Jahr 1022 erbaut und spielte schon immer eine strategische Rolle bei der Kontrolle des Territoriums, weshalb sie auch den Spitznamen „der Spion Italiens“ trägt. Wir empfehlen jedem, die Rocca zu betreten und die beeindruckende Holzrampe entlangzugehen, die zur Sala dei Sovrani (Herrschersaal) führt. Von der Terrasse aus genießt man einen atemberaubenden Panoramablick auf die Umgebung. Aus dieser privilegierten Perspektive werden Sie voll und ganz verstehen, warum die Rocca „der Spion Italiens“ genannt wird.
Weiter zur Gedenkstätte des Roten Kreuzes

Wenn Sie auf dem Weg mit den Zypressen weitergehen, kommen Sie auf der anderen Seite zur Gedenkstätte des Roten Kreuzes. Warum befindet sie sich ausgerechnet in Solferino? Henry Dunant, ein Schweizer Unternehmer und Philanthrop, wurde zufällig Zeuge der blutigen Schlacht. Bei seiner Ankunft am darauffolgenden Tag bat sich ihm der Anblick eines großen Massakers mit vielen Toten und Verwundeten.
Dunant wollte den Opfern helfen und zusammen mit den Frauen von Solferino und denen der umliegenden Dörfer kümmerte er sich um die Soldaten, unabhängig von ihrer Herkunft oder Nationalität. Hieraus entstammt die beeindruckende Intuition von Henry Dunant: „Wir sind alle Brüder“. Aus diesem wunderbaren humanitären Motto wurde die Idee des Roten Kreuzes geboren.
Die Gedenkstätte wurde 1959 errichtet, um an die Initiative von Henry Dunant zu erinnern.
Auf der einen Seite befindet sich ein rotes Kreuz, umgeben von symbolischen Armen und Händen, die auf Dunants Motto hinweisen: „Alle Brüder“. Auf der anderen Seite hängen Marmorblöcke mit den Namen aller Länder, die heute dem Internationalen Roten Kreuz angehören, dem Roten Halbmond (islamische Länder) und dem Roten Kristall (Israel).
Nach diesem Besuch kehren wir zur Piazza Castello zurück, von wo aus wir unseren Spaziergang zum unteren Teil von Solferino fortsetzen oder mit dem Auto fahren, um den Aufstieg beim Rückweg zu vermeiden. Bevor wir unseren Rundgang im unteren Teil des Ortes beginnen, empfehlen wir Ihnen, in einem der vielen Restaurants oder Trattorien zu Mittag zu essen und den Capunsèl, auch „Semmelknödel“ genannt, zu probieren. Ein typischer erster Gang von Solferino.
Weiter entlang der Route im unteren Teil: Historisches Museum und Statue von Henry Dunant

Das Historische Museum wurde 1931 eröffnet und befindet sich in der Nähe des parco dell’Ossario (Beinhaus-Park). Es ist der Ort, an dem man mehr über die Geschichte des Risorgimento erfahren kann. Aber nicht nur das. s beherbergt eine umfangreiche Sammlung von Rüstungs-Relikten und Zeugnissen, die an die französischen und österreichischen Armeen erinnern, die hier 1859 aufeinander trafen. Aber sie bezeugen auch einen bedeutenden Teil der italienischen Geschichte zwischen 1796 und 1870.
Außer wertvollem ikonographischem und dokumentarischem Material bietet das Museum eine umfangreiche Ausstellung von Uniformen, Waffen, Drucken, Zeichnungen und persönlichen Gegenständen, die den tapferen Kämpfern gehörten. Diese reiche Sammlung ermöglicht es Ihnen, in das Leben und die Geschichten derer einzutauchen, die an diesen historischen Ereignissen teilgenommen haben. In dem kleinen Garten neben dem Museum, gegenüber dem Beinhaus-Platz, steht neben der imposanten Säule, die den gefallenen Soldaten gewidmet ist, die majestätische Bronzestatue von Henry Dunant.
Anlässlich des 150. Jahrestages der Unterzeichnung der Genfer Konvention von 1864 und der Gründung des Italienischen Roten Kreuzes wurde am 21. Juni 2014 die Statue von Henry Dunant eingeweiht. Das Denkmal ist einzigartig in seiner Art und ein Symbol des Friedens. Die linke Hand Dunants ist eine geballte Faust und symbolisiert „Nie wieder Krieg“.
Die rechte Hand hingegen ist geöffnet und steht für eine Einladung. Zu seinen Füßen liegt ein Buch „Souvenir de Solferino“, in dem er seine Erlebnisse in Solferino schildert, eine Fahne und eine Aktentasche, die von Dunants Charakter erzählen.
Letzte Station des Spaziergangs: die Kirche des Beinhauses

Es ist ratsam, diese Kirche erst zu betreten, nachdem man die oben beschriebene Strecke zurückgelegt hat, um die Bedeutung der großen Tragödie, die sich hier abgespielt hat, besser zu verstehen. Nach der Schlacht von Solferino und San Martino war die Zahl der gefallenen Soldaten so groß, dass es notwendig wurde, sie in großen Massengräbern zu bestatten.
Im Laufe der nachfolgenden Jahre kam es immer wieder vor, dass bei Regen oder landwirtschaftlichen Arbeiten die Überreste einiger begrabener Soldaten ans Tageslicht traten. Um dieses Problem zu lösen, wurde beschlossen, die Gebeine in mühevoller Kleinarbeit auszugraben und in die Beinhauskirche von Solferino und die Beinhauskapelle von San Martino della Battaglia zu überführen.
Mehr als 1.400 Schädel und 7.000 Knochen von gefallenen Soldaten wurden ohne Rücksicht auf Rang, Rasse oder Nationalität dort beigesetzt. Ein erschütterndes „Spektakel“, das uns vor Augen führt, dass „wir alle Brüder sind“, denn die Toten sind für alle gleich.
Diese Beinhäuser sind eine Art Bibliothek von Menschenleben, die das Fundament der italienischen Trikolore bilden.
Geheimtipp: der Teich, das versteckte Juwel von Solferino

Man darf den kleinen See in der Via Prati nicht versäumen, den man erreicht, wenn man den Spaziergang auf der Via dei Francesi fortsetzt und rechts in die Via Francesco Giuseppe einbiegt. Dieses unbekannte Kleinod bietet zu allen Jahreszeiten spektakuläre Szenen. Es handelt sich um ein ehemaliges Torfmoor, das heute ein geschütztes Gebiet ist. Ein abgeschiedener Ort, der von Bäumen umgeben ist und viele Tiere beherbergt. Es ist ein idealer Ort für Birdwatching, Fotofreunde und Angler.
Als krönenden Abschluss empfehlen wir Ihnen die Piazza Torelli in der Via Garibaldi. Dieser Platz, auf dem sich das Rathaus von Solferino befindet, ist das pulsierende Herz der Stadt. Der Ort, an dem sich die Einheimischen treffen, um einen Aperitif zu trinken oder ein Eis in der historischen Eisdiele und Konditorei zu essen.
Das ist das Solferino, das den Besucher einlädt, einen ganzen Tag hier zu verbringen, um die vielen Wunderwerke mit den Augen und dem Herzen zu genießen. Hier haben die einfachen aber intensiven Gefühle, die die Natur und die Geschichte bieten, ihren Raum.
Sehenswertes in der Nähe von Solferino
Desenzano
Nur wenige Kilometer von Solferino entfernt liegt Desenzano, die Hauptstadt des Gardasees. Im Ortsteil San Martino della Battaglia können Sie den historischen Rundgang im Museumskomplex mit Turm, Museum und Beinhauskapelle fortsetzen.
Falls Sie diese Stadt besuchen möchten, empfehlen wir Ihnen unseren Tour Plan: „Was man in 1 Tag in Desenzano sehen kann„.
Wasserpark Cavour
In der Sommersaison können Sie Ihren Tag im Wasserpark Cavour ausklingen lassen, der nur 15 Autominuten von Solferino entfernt ist. In dieser 150.000 Quadratmeter großen Oase erwarten Sie zahlreiche Rutschen und Becken, eine Lagune und ein von Palmen umgebener Sandstrand.
Eintrittskarten können Sie bequem online kaufen, klicken Sie: https://buongiornobenaco.gardaway.it/de/fahrkarten/parco-cavour-biglietti







